Die Erkrankung beruht auf einer progredienten Degeneration von Stäbchen und Zapfen der Retina. Sehstörungen können bereits im frühen Kindesalter auftreten, bei leichteren Fällen fallen sie erst im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf. Meist beginnend mit einer Beeinträchtigung des Dämmerungssehens kommt es zu Nachtblindheit und einer zunehmenden Einengung des Gesichtsfeldes. Knochenkörperchenartige Pigmenteinlagerungen und Optikusatrophie gehören zum fortgeschrittenen Stadium. Ein Teil der Überträgerinnen X-chromosomal-rezessiver Formen zeigen ein abgeschwächtes klinisches Bild. Interfamiliär zeigen sich erhebliche Unterschiede bezüglich des Manifestationsalters und des Verlaufs der Erkrankung. Intrafamiliär wird eine geringere Variabilität beobachtet.
Mehr als 20 Genorte für Retinitis pigmentosa sind inzwischen kartiert, mindestens drei davon auf dem X-Chromosom (genetische Heterogenität). Acht bereits identifizierte RP-Gene (RHO, PDEA, PDEB, RDS, ROM1, CNCG, MyoVIIa, RPGR) kodieren für Proteine der Phototransduktionskette oder für Strukturproteine der Photorezeptorzellen. Weniger als 20 % der Fälle mit dominanter und rezessiver RP gehen auf Mutationen in diesen sieben Genen zurück, wobei allein die Mutationen im Rhodopsin-Gen ca. 10 % ausmachen. Im RDS-Gen (Peripherin) wurden auch Mutationen bei Patienten mit bestimmten Formen von Makuladegeneration gefunden. Bei autosomaler Vererbung der Retinitis pigmentosa können demnach bis zu 20 % der Mutationen direkt nachgewiesen werden. Bei sporadischen und X-chromosomal vererbten Fällen ist der Mutationsnachweis derzeit nur im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen möglich.
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Indikation: | Vorliegen der oben beschriebenen Symptome Analyse des Überträgerstatus in Risiko-Familien Pränataldiagnostik bei nachgewiesenem Überträgerstatus eines Elternteils für eine autosomal dominante Form der RP |
| Material: | 5-10 ml EDTA Blut |
| Methodik: | Direkte Diagnostik: Nachweis von Punktmutationen, Deletionen und Insertionen im Rhodopsin- und im Peripherin-Gen: Exon-Amplifizierung, SSCP-Analyse, Sequenzanalyse. Indirekte Diagnostik: Haplotypanalyse |
| Dauer: | 3-4 Monate |